40 Jahre DLRG Hattingen

1988 feierte die DLRG Hattingen ihr 40-jähriges Jubiläum. Damals wurde hierzu ein Sonderheft herausgegeben.

Themen der Ausgabe

Grußworte

Grußwort der Stadt Hattingen durch den Bürgermeister

Der Hattinger Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft spreche ich persönlich und auch im Namen aller Bürger herzliche Glückwünsche zum 40-jährigen Bestehen aus. Wir alle sollten dankbar sein, daß es Frauen und Männer gibt, die sich für eine solche Aufgabe, für die Rettung von Menschen in Not, einsetzen. Vielleicht noch wichtiger ist das vorbeugende Wirken der DLRG, ist das Vermeiden von Unfällen am und im Wasser. Ich habe mir sagen lassen, daß die Mitglieder der Hattinger Ortsgruppe
immerhin eine zwölf Kilometer lange Strecke an unserer Ruhr zu bewachen haben und dies seit 1948 auch treu und redlich tun. Dennoch sind in den vergangenen Jahren mehrere schwere Unfalle vor allem am Wehr in der Nähe des Campingplatzes zu beklagen gewesen. Die Ursache dafür war in den meisten Fällen bodenloser Leichtsinn. Die Arbeit der DLRG hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt,
heute wird viel mehr Wert daraufgelegt, zunächst einmal den Kindern das Schwimmen beizubringen und sie dann auch noch zu Rettungsschwimmern auszubilden. Ich wünsche der Hattinger Ortsgruppe auch weiterhin viel Erfolg bei ihrer für alle Bürger so wichtigen Aufgabe, und ich würde mich freuen, wenn diese Arbeit von allen entsprechend gewürdigt werden könnte.

Günter Wüllner


Grußwort des Präsidenten des DLRG Landesverbandes Westfalen e.V.

Der Ortsgruppe Hattingen e.V. zu ihrem 40-jährigen Jubiläum ein herzliches "Glückauf'. Sie kann mit Stolz auf lange, erfolgreiche Jahre des Aufbaus zurückblicken. Dafür spreche ich die Anerkennung des Landesverbandes aus. Die ehrenamtlich tätigen Kameradinnen und Kameraden der Ortsgruppe stellen sich seit Jahren für den Rettungswachdienst an der Ruhr in ihrer Freizeit zur Verfügung, um die Bereitschaft zum Retten für unzählige Erholungssuchende, deren Zahl ständig zunimmt, zu übernehmen. Diese Wasserfreunde sind sich der Gefahr, in der sie sich als "Freizeitschwimmer" oder "Freizeitkapitäne" befinden, oftmals gar nicht bewußt. Weiterhin steht die Schwimmausbildung mit dem Ziel, jeden Nichtschwimmer zum Schwimmer und sodann zum Rettungsschwimmer auszubilden, im Vordergrund. Hinzu kommt u.a. auch noch die interne Schulung und Weiterbildung. Die Bewältigung all dieser Aufgaben ist nur möglich durch die Kameradschaft, die unsere Organisation kennzeichnet und die uns verbindet. Den Kameradinnen und Kameraden der Ortsgruppe Hattingen e.V. möchte ich danken für die geleistete Arbeit. Ich bin sicher, daß mit großer Intensität und Verantwortungsbereitschaft gegenüber der Zukunft nicht nur Geschaffenes erhalten, sondern auch neue Aufgaben in bewährter Weise gelöst werden. Dazu sage ich die Unterstützung und die Hilfe des Landesverbandes Westfalen zu.

Prof. Dr. Konrad Gelzer

Vorstand

Vorstand 1988
Funktion Name
1. Vorsitzender R. Aschendorf
2. Vorsitzender M. Krick
Geschäftsführer H. Swoboda
Kassiererin I. Borgböhmer
Technischer Leiter W. Herold
stell. Technischer Leiter U. Borgböhmer
1. Jugendwart M. Rinas
2. Jugendwart M. Berger
Presse und Werbung F. Berger

Rückblick

Wir schreiben das Jahr 1948. Der zweite Weltkrieg ist vor drei Jahren zu Ende gegangen und ein paar Gleichgesinnte finden sich zusammen, um eine DLRG Ortsgruppe zu gründen. Ihr Ziel ist es, den damals etwa 30000 Einwohnern das gefahrlose Baden im Ruhrfreibad und in der Ruhr zu ermöglichen, Schwimmausbildung zu betreiben und Schwimmer zu Rettungsschwimmer auszubilden.

Nach vier Jahren wuchs die Mitgliederzahl auf 36 an. Es wurde bereits ein Rettungswachdienst durchgeführt und Schwimmkurse, sowie Rettungsschwimmscheine wurden in der Ruhr absolviert. 1954 wurde dann die erste feste Rettungsstation eingeweiht. Sie war hauptsächlich in eigener Arbeit erbaut worden. 1955 wurde das erste Rettungsboot in Dienst gestellt, 1956 folgte das zweite und 1958 das dritte Boot. Jetzt konnte der Wachdienst auf dem 12 km langen Ruhrstück lückenlos durchgeführt werden.

Aber im Jahre 1958 gab es für die DLRG Hattingen auch einen Rückschlag. Die Ruhrstahl AG brauchte mehr Platz und so wurde die Ruhr verlegt. Damit lag unsere Wachstalion nicht mehr am Ruhrufer, sondern hinter einer Eisenbahnlinie; außerdem wurde das Freibad geschlossen.

Da in Hattingen weder Frei- noch Hallenbäder vorhanden waren, wurde die Schwimmausbildung in das Hallenbad nach Bochum verlegt. Mit gecharterten Bussen wurden die Teilnehmer dorthin gefahren. Das war für die Ortsgruppe eine zusätzliche Belastung, aber auch eine organisatorische Glanzleistung ihres langjährigen ersten Vorsitzenden Heinz Buschmann, dessen Name und Wirken so eng mit der Ortsgruppe verbunden ist, dass er wohl nicht vergessen wird. Von 1952 bis zu seinem Tod im Jahre 1970 leitete er die Ortsgruppe mit Sachkenntnis, Hingabe und Erfolg.

Es dauerte vier Jahre bis wir, nach der Ruhrverlegung, eine neue Station beziehen konnten. In der Zwischenzeit waren unsere Boote und Rettungsgeräte in einem alten Stall untergebracht. Die Ruhrstahl AG stellte uns einen Teil eines alten Bauernhauses "Haus Weile" zur Verfügung.

Im Jahre 1964 konnten wir nach mühevoller Arbeit unsere neue Wachstation einweihen. Wir hatten wieder eine feste Bleibe. Das Vereinsleben gedieh und die Mitgliederzahl wuchs an. Der Rettungswachdienst konnte nun optimal durchgeführt und ab 1965 die Schwimmausbildung in die neuen Lehrschwimmbecken der Hattinger Schulen verlegt werden.

Mit der Fertigstellung des Hallenbades im Jahre 1968 gab es weitere Aufgaben für die Ortsgruppe. Neben der Rettungsschwimmausbildung konnte nun auch der sportliche Wettkampf auf Grund der nun vorhandenen Trainingsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Es wurde fleißig trainiert und bald hatten unsere Schwimmer einen guten Namen im Bezirk Bochum und im Landesverband der DLRG. Viele Urkunden und Pokale zeugen von den Leistungen unserer Rettungsschwimmer.

1977 kam für die DLRG Hattingen der schwerste Rückschlag. Dreimal innerhalb kurzer Zeit wurde durch Brandstiftung unsere Station zum größten Teil zerstört. Alle Rettungs- und Ausrüstungsgeräte einschließlich der Boote und Motoren wurden vernichtet. Wir standen vor dem Nichts.

Durch die Versicherungsgelder und Spenden konnten wir Ausrüstungsgegenstände für den Rettungswachdienst und die Schwimmausbildung neu beschaffen. Aber wie sollten wir die Station wiederaufbauen? Einige wollten nicht verzagen und so ging es mit vereinten Kräften an den Wiederaufbau. Jede freie Stunde wurde gearbeitet, und im Frühjahr 1979 waren wir dann soweit, daß unsere Wachstation wieder einsatzbereit war. Unser Wachdienst konnte wieder voll aufgenommen werden. Wir wollen allen Helfern aus der schweren Zeit, die hinter uns liegt, für ihre wertvolle Mitarbeit danken.

In den letzten Jahren wurde es an der Wachstation ruhiger, da sich das Freizeitangebot für Erwachsene und Jugendliche geändert hat. So sind die Freizeitbäder im Sommer gefüllt und an den Ufern der Ruhr ist es still geworden. Dafür können wir aber einen Zuwachs bei der Schwimmausbildung in den Hallenbädern verzeichnen. Die Nichtschwimmerausbildung hat in unserer Ortsgruppe einen hohen Stellenwert erreicht; auch sind die Zahlen bei der Rettungsschwimmausbildung wieder gestiegen.

All denen gilt unser Dank, die heute, wie in der Vergangenheit, ganz gleich an welcher Stelle innerhalb unseres Aufgabengebietes, ihre Arbeit unter Opferung ihrer Freizeit geleistet haben und bereit sind, dies auch weiterhin zu tun. Wir hoffen, auch in Zukunft auf Leute zurückgreifen zu können, egal ob aktiv oder passiv, die sich für die Sache der DLRG und damit für den Dienst an der Allgemeinheit einsetzen.

Ausbildung

Zahlen und Daten von 1985-1987
Art 1985 1986 1987
Teilnehmer Schwimmausbildung 430 588 618
Frühschwimmer 139 93 104
DJSA Bronze 116 95 76
DJSA Silber 63 56 42
DJSA Gold 53 34 24
DRSA Bronze 3 19 12
DRSA Silber 2 16 13
DRSA Gold 4 4 2

Jugend

Die Jugend der DLRG ist laut Satzung eine Gemeinschaft von Jugendlichen in der DLRG, die eine eigene Jugendordnung hat und ihre Jugendwarte und Jugendsprecher selbst wählt, die aber von der Hauptversammlung bestätigt werden müssen. Die Jugendgruppe der Ortsgruppe versteht sich aber nicht als Organisation in der Organisation, obwohl die Jugendarbeit einer der wichtigsten Schwerpunkte in der DLRG ist. Durch die Jugendgruppe wird der für den Fortbestand der OG wichtige Nachwuchs gefördert und ausgebildet. Auf die Aufgaben der DLRG werden die Jugendlichen durch die Ausbildung zu Rettungsschwimmer und Schwimmausbildern intensiv vorbereitet. So übernehmen unsere Jugendlichen wichtige Aufgaben in unserer OG, die ohne sie nur schwer erfüllt werden könnten. Die Jugendgruppe ist ein wichtiges Standbein unserer Organisation. Aber die Jugendlichen haben nicht nur Arbeit bei uns. So werden z.B. Spiel und Sport, wie auch Zeltlager und Ausbildungsfahrten angeboten. Wir würden uns natürlich freuen, wenn mehr Kinder und Jugendliche den Weg in unsere Gruppe finden, in der eine vorbildliche Kameradschaft herrscht.

Veranstaltungen

Veranstaltungen 1988
Datum Art
06.02. 1988 Jahreshauptversammlung
06.03. 1988 Swimming 88
16.04. 1988 Festempfang "40-jähriges Bestehen"
30.04.1988 Aktion "SAUBERE RUHR"
07./08.5.1988 Rettungsvergleichswettkampf
18.06.1988 Jugendfete
06.07.1988 Badeparty
27.08.1988 Lagerfeuerparty
24.09.1988 Kinderfest
24.09.1988 Motorbootcorso
05.11.1988 Treffen aller gew. Vorstandsmitglieder
12.11.1988 Hallenturnier
16. 12.1988 Weihnachtsfeier

Über die DLRG

Kennen Sie die DLRG?
Hier ist ihr „Steckbrief“. Gegründet am 19.10.1913 in Leipzig. Beim Registergericht Bonn eingetragener gemeinnützig tätiger Verein. Die DLRG zählt fast eine halbe Million Mitglieder, davon über 60% Jugendliche bis 25 Jahre. Sie gliedert sich in Landesverbände mit Bezirken, Ortsgruppen, Stützpunkten und Ausbildungszentren. Die Aufgaben der DLRG: vom Nichtschwimmer zum Schwimmer, vom Schwimmer zum Rettungsschwimmer, Aus- und Fortbildung von Helfern und Spezialisten wie Wachleiter, Bootsführer, Taucher, Sprechfunker. Mitwirkung bei Bekämpfung von Katastrophen am und im Wasser. Natur- und Umweltschutz am und im Wasser. Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Behörden. Förderung sportlicher Übungen und Leistungen vom Freizeit- bis zum Leistungssport. Förderung einer allgemeinen, insbesondere einer sportlichen Jugendpflege. Dies ist nur ein Teil des Aufgabenbereiches der DLRG.